Börsenrückblick Januar 2026: Volatiler Start ins neue Jahr
- LugInvest
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Der Januar 2026 hat die globalen Kapitalmärkte mit gemischten Signalen ins neue Jahr starten lassen. Nach drei aufeinanderfolgenden Jahren zweistelliger Zuwächse zeigten die wichtigsten Indizes eine Phase erhöhter Volatilität, während gleichzeitig historische Entwicklungen bei den Edelmetallen für Aufsehen sorgten.
Deutsche Aktien unter Druck
Der DAX begann das Jahr zunächst optimistisch und näherte sich am zweiten Handelstag mit rund 24.640 Punkten seinem Allzeithoch von 24.771 Zählern an. Mitte Januar durchbrach der deutsche Leitindex sogar die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke und erreichte ein neues Allzeithoch von etwa 25.400 Punkten. Doch die Euphorie erwies sich als kurzlebig. In der zweiten Monatshälfte setzte eine deutliche Korrektur ein, die den Index zeitweise unter die 24.300-Punkte-Marke drückte. Belastend wirkten Sorgen um mögliche US-Zölle unter der neuen Trump-Regierung sowie Unsicherheiten bezüglich der Unternehmensgewinne. Zum Monatsende notierte der DAX bei etwa 24.539 Punkten, was einem bescheidenen Monatsplus von knapp einem Prozent entspricht.
US-Märkte zwischen Rekorden und Rücksetzern
Die amerikanischen Börsen präsentierten sich widerstandsfähiger. Der S&P 500 markierte gleich zu Beginn der letzten Januar-Woche mit einem Schlusskurs von 6.978,60 Punkten ein neues Allzeithoch. Die erste Handelswoche brachte für alle drei großen US-Indizes Gewinne von mindestens einem Prozent. Allerdings zeigte sich auch hier gegen Monatsende eine gewisse Ermüdung. Trotz einiger Schwankungen beendete der S&P 500 den Januar mit einem Plus von etwa 1,2 Prozent, der Dow Jones legte rund 1,6 Prozent zu, während der technologielastige Nasdaq mit einem Anstieg von 1,1 Prozent etwas zurückblieb.
Die Berichtssaison der großen Tech-Konzerne sorgte für gemischte Reaktionen. Während Meta Platforms mit starken Quartalszahlen und optimistischem Ausblick überzeugen konnte und die Aktie um über 10 Prozent zulegte, enttäuschte Microsoft die Erwartungen teilweise. Die anhaltenden Investitionen der Hyperscaler in KI-Infrastruktur – Microsoft plant für 2026 Ausgaben von über 88 Milliarden Dollar – werden von Analysten zunehmend kritisch hinterfragt, obwohl der grundsätzliche Glaube an das KI-Wachstum ungebrochen ist.
Edelmetalle glänzen mit Rekordkursen
Die spektakulärste Entwicklung des Monats fand jedoch bei den Edelmetallen statt. Silber setzte seine beispiellose Rally aus dem Vorjahr fort und erreichte Ende Januar mit rund 120 US-Dollar pro Feinunze (etwa 100 Euro) ein neues Allzeithoch. Damit wurde nicht nur das bisherige Hoch von 1980 übertroffen, sondern auch das Rekordniveau von 2011 deutlich hinter sich gelassen. Die starke Nachfrage aus der Industrie – insbesondere für Solarenergie, Elektromobilität und KI-Anwendungen – treibt den Preis. Nach einer Steigerung von über 140 Prozent im Jahr 2025 hat Silber seinen Status als bester Rohstoff des Jahres eindrucksvoll bestätigt.
Auch Gold zeigte sich stark und notierte zeitweise über der symbolisch wichtigen Marke von 5.000 US-Dollar pro Unze. Der Goldpreis pendelte im Januar zwischen 4.300 und 5.000 Dollar und profitierte von geopolitischen Unsicherheiten, einem schwächeren US-Dollar sowie anhaltenden Sorgen um die globale Schuldenlast. Mehrere Großbanken, darunter Goldman Sachs, haben ihre Prognosen für 2026 angehoben und sehen das gelbe Edelmetall bei bis zu 4.900 Dollar zum Jahresende.
Geldpolitik bleibt im Fokus
Die Federal Reserve hielt ihre erste Sitzung des Jahres Ende Januar ab und beließ erwartungsgemäß die Zinsen in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent unverändert. Präsident Trump kündigte zudem die Nominierung von Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell an, was die Märkte als Signal für eine weiterhin vorsichtige Geldpolitik interpretierten. Die Terminmärkte preisen für 2026 derzeit nur noch zwei Zinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte ein.
Ausblick: Vorsichtiger Optimismus
Analysten zeigen sich für das Gesamtjahr 2026 weiterhin konstruktiv, mahnen aber zu realistischen Erwartungen. Die durchschnittliche Prognose für den S&P 500 liegt bei 7.629 Punkten, für den DAX erwarten Experten einen Stand zwischen 25.000 und 27.500 Punkten zum Jahresende. Während US-Tech-Aktien nach ihrer starken Performance zunehmend teuer erscheinen, sehen viele Strategen Nachholpotenzial bei europäischen Aktien und Schwellenländern, die günstiger bewertet sind. Die hohe Volatilität im Januar dürfte jedoch ein Vorgeschmack auf ein bewegtes Börsenjahr sein, in dem Faktoren wie die US-Handelspolitik, geopolitische Spannungen und die Entwicklung der Unternehmensgewinne entscheidend sein werden.
Hinweis: Der Text wurde mit Unterstützung von Claude erstellt
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