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Q3-Zahlen aus dem Wikifolio „Distressed Value“: Fugro, X-FAB, Materialise und One Stop Systems

LugInvest
vor 4 Minuten
3 Min. Lesezeit

In der vergangenen Woche haben vier Werte aus dem wikifolio Distressed Value ihre Zahlen vorgelegt. Das Bild ist gemischt: Bei X-FAB und One Stop Systems zeigen Auftragseingang und Prognose nach oben, bei Fugro und Materialise belasten die Margen. Hier die Zahlen und meine Einordnung.


Fugro: Umsatz stabil, Marge bricht ein

Fugro steigerte den Umsatz im dritten Quartal auf 525,2 Mio. € (+2,2 % währungsbereinigt), getragen von Öl & Gas sowie Infrastruktur. Das bereinigte EBITDA sank jedoch von 108,6 auf 75,9 Mio. €, die Marge von 21,5 % auf 14,4 %. Gründe sind Preisdruck bei der Offshore-Wind-Vermessung, Nahost-Kosten und einmalige Charterkosten. Der Free Cashflow lag bei nur 2,6 Mio. €. Der 12-Monats-Backlog fiel um 8,5 % auf 1,35 Mrd. €, bei Offshore Wind sogar um 36 %. Die Jahresprognose bleibt unverändert.


Einwertung: Fugro steckt im Zyklustief, eine Erholung bei Offshore Wind erwartet das Management erst ab dem zweiten Halbjahr 2027. Die bis 2031 verlängerten Kreditlinien und die neue EIB-Fazilität über 150 Mio. € geben Sicherheit. Für eine Neubewertung brauche ich aber drehende Auftragseingänge.


X-FAB: Auftragseingang auf Zwei-Jahres-Hoch

X-FAB erzielte 194,4 Mio. USD Umsatz (ohne IFRS-15-Effekt 200,7 Mio. USD, +2 % zum Vorquartal) und lag damit in der Guidance. Das EBITDA betrug 37,5 Mio. USD bei 19,3 % Marge (+12 % zum Vorquartal). Entscheidend ist der Auftragseingang: +30 % zum Vorquartal auf 224,7 Mio. USD, Book-to-Bill 1,12, so hoch wie seit zwei Jahren nicht. Automotive wächst erstmals wieder sequenziell. Für Q4 stellt das Unternehmen 205 bis 215 Mio. USD Umsatz und 19 bis 22 % EBITDA-Marge in Aussicht.


Einwertung: Die Wende bei den Bestellungen ist das wichtigste Signal, die Lagerkorrekturen der Kunden laufen offenbar aus. Bremsen sind die kurze Sichtbarkeit von drei bis fünf Monaten, die Schwäche im Medizinbereich und die Schließung von Site B in Erfurt, die 2027 laut Call-Zusammenfassung rund 50 Mio. USD Umsatz kostet. Die Richtung stimmt.


Materialise: Medical stark, Marge unter Druck

Materialise wuchs um 2,1 % auf 67,7 Mio. € (bereinigt um Desinvestitionen +4,9 %). Medical legte um 9,7 % zu, Software sank um 4 %, Manufacturing ging zurück. Das bereinigte EBITDA fiel auf 8,0 Mio. € (Vorjahr 8,4), das bereinigte EBIT auf 2,5 Mio. € (Marge 3,7 %). Die Medical-Marge sank auf 27,4 % (30,6 %), weil mehr in F&E investiert wird. Die Nettoliquidität stieg auf 82,5 Mio. €, die Prognose wurde bestätigt. Die Aktie verlor am Berichtstag je nach Handelsplatz 18 bis 24 %.


Einwertung: Die Reaktion wirkt angesichts der bestätigten Guidance und der Cash-Position überzogen, auch wenn die Aktie zuvor stark gelaufen war. Sorgen bereiten die sinkende Marge im Kerngeschäft und das schwache Software-Segment. Q4 muss zeigen, ob die F&E-Investitionen Früchte tragen.


One Stop Systems: Prognose angehoben, Marge schwächer

OSS steigerte den Umsatz um 35,9 % auf 12,6 Mio. USD, rund 15 % über den Erwartungen. Auf neun Monate liegt das Plus bei 48 %. Die Bruttomarge sank auf 42,6 % (45,6 %), das bereinigte EBITDA stieg auf 0,3 Mio. USD, ohne Forderungsausfall und Rechtskosten wären es etwa 1,2 Mio. USD gewesen. Das Book-to-Bill liegt seit Jahresbeginn bei 1,46. Die Wachstumsprognose für 2026 wurde von 25 bis 30 % auf rund 40 % angehoben. Die Aktie gab dennoch um rund 7,5 % nach.


Einwertung: Wachstum und Auftragslage stützen die Edge-AI-Story. Der Markt stört sich an der Marge, denn für Q4 erwartet das Management wegen margenschwächerer Serienlieferungen einen weiteren Rückgang. Die operative Hebelwirkung zeigt sich im Ergebnis noch nicht deutlich.


Quellen: Unternehmensmitteilungen und Call-Zusammenfassungen.


Hinweis: Erstellt mit Unterstützung von claude


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